λπ [Lambda Pi] beim Kasseler Dokfest [13.-18. November 2018]

10.11.2018

λπ [Lambda Pi] ist ein Dokumentarfilm über die Pionierin der elektronischen Musik in Griechenland. Die beiden Buchstaben aus dem griechischen Alphabet stehen weniger für die mathematische Funktion und Konstante, die der eine oder andere von uns schon kurze Zeit nach dem Schulabschluss verdrängt hat, sondern stellen die Anfangsbuchstaben des Namens der Musikerin, Λena Πlatonos dar. Die klassische Pianistin bildete sich in Athen, Wien und Berlin aus und wurde in den 70er Jahren als Mitwirkende der in Griechenland bekannten Radiosendung Lilipoupoli bekannt, die unter der Ägide des Komponisten Manos Hadjidakis [Manos Chatzidakis] ausgestrahlt wurde.

 

Griechenland 2018 | griechisch, englische UT | Regie: Cristo Petrou

 

Mit ihren eigenen Musikprojekten führte Lena Platonos eine beispiellose klangästhetische Dissonanz in die Musikszene Athens der frühen 80er Jahre ein, die selbst für die damaligen westeuropäischen Standards als progressiv einzustufen war. Denn Platonos wagte es, mit den nicht-digitalen Mitteln der Zeit elektronische Musik zu kreieren, Musik, die auch heute frisch und aktuell klingt. Die leisen Töne ihrer minimalistischen Kompositionen kombiniert sie mit ihren eigenen lyrischen Texten und schafft es so, ein Gesamterlebnis herzustellen, das einer Implosion gleichkommt. Lena Platonos’ Musik hat in den 80er Jahren einen großen Teil der jungen Erwachsenen in Griechenland geprägt und gilt heute noch als Referenzpunkt für eine ganze Generation von Künstler*innen und DJs elektronischer Musik.

 

Mit der Neuveröffentlichung ihrer drei Meilenstein-Alben Sun Masks, Gallop und Lepidoptera beim Label Dark Entries im Jahr 2015 überschreitete ihre Musik nun endgültig auch die Grenzen Griechenlands.

 

 

 

Filmemacher Christo Petrou bringt in seinem Film die Zeitlosigkeit von Platonos’ Werk ans Licht, indem er immer wieder die Frage stellt: Wann hast du zum ersten Mal Lena Platonos gehört? Freund*innen, Mitwirkende der ersten Stunde sowie zeitgenössische Musiker*innen und DJs wie Lena Willikens und Alexis Taylor von Hot Chip erzählen Anekdoten und beschreiben den besonderen Einfluss, den Platonos auf ihr Leben und ihre Arbeit hatte und hat. Christou dokumentiert jedoch nicht nur, er kreiert einen assoziativen audiovisuellen Teppich, der mit Hilfe von Lenas Stimme einen tieferen Einblick in den kreativen Prozess gibt und – noch wichtiger – ein Eintauchen in die Musik dieser Künstlerin ermöglicht.

 

 

 

Der Film λπ feiert dieses Jahr beim Kasseler Dokfest seine Deutschlandpremiere. Das Kasseler Dokfest wurde 1982 gegründet und ist ein Filmfestival für zeitgenössische Dokumentarfilme sowie für experimentelle und künstlerische Arbeiten. Es setzt einen besonderen Fokus auf neue Medien, ist aber auch für sein generationenübergreifendes Angebot bekannt. Weitere Informationen zum Programm des Kasseler Dokfest sind hier zu finden.

 

 

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Maria Brand

bxc-team

 

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